Das Pielachtal

Vorgarten der Alpen

Die Pielach hat sich in Jahrtausende langer Arbeit ihren Weg gebahnt und das Tal geformt. Sie entspringt bei Schwarzenbach, mitten in der imposanten Mostviertler Bergwelt, plätschert munter hinab ins Land der sanften Hügel, wo sie immer breiter und ruhiger wird. Nach ihrer 70 Kilometer langen Reise mündet sie bei Melk in die Donau.

Das Pielachtal liegt im östlichen Mostviertel und ganz zentral in Niederösterreich.

Geologie

Geologisch besonders ist, dass im Pielachtal alle Gesteins- und Bodenformen des zentralen Niederösterreichs von Süd nach Nord „aufgefädelt“ sind. Den kalkalpinen Teil am Ursprung der Pielach kennzeichnen steile, schroffe Berge. Charakteristisch für die Flyschzone im zentralen Pielachtal sind die runden Hügelkuppen, Felswände fehlen fast völlig. Sanftwelliges Gelände und breite Talböden sind typisch für die Molassezone im unteren Pielachtal.

Geschichte

Speziell das untere Pielachtal mit seinen fruchtbaren Böden, den weiten Flächen und sanften Hügeln, war schon einige Jahrtausende vor Christi Geburt Siedlungsraum. Erste Siedlungen entstanden zur Keltenzeit (8./7. Jh. v. Chr.) und zur Römerzeit. Während der Herrschaft der Römer entwickelte sich die Landwirtschaft weiter. Wichtiges Handelszentrum für die Pielachtaler war Cetium, das heutige St. Pölten.

Ab dem 4. Jh. n. Chr. verdrängten germanische Stämme die Römer.  Um das 6. Jh. n. Chr. gehörte das Pielachtal zum Grenzgebiet zwischen bairisch-fränkischen und dem awarischen Herrschaftsbereich. Die Awaren waren aus dem Osten ins heutige Österreich vorgedrungen.

Im 7. und 8. Jh. wanderten slawische Völker („Alpenslawen“) von Norden her ein, das Pielachtal blieb bis in 12. Jh. alpenslawisches Gebiet. Die handwerkliche Spezialisierung schritt voran.

Ab 996, dem Gründungsjahr Österreichs, gehörte auch das untere Pielachtal zum Kernland des damaligen Ostarrichi. Das obere Pielachtal blieb Teil der Karantanischen Mark, später Steiermark. Um das Jahr 1000 wurde das Pielachtal kirchlich erschlossen. 1192 kam auch das obere Pielachtal zum Herzogtum Österreich. Die Bauern waren zu jener Zeit primär Selbstversorger. Auch Handwerker – zum Beispiel Schmiede – waren tätig.

Ab dem 16. Jh. begannen wechselhafte Zeiten, geprägt von Türkeneinfällen, der Gegenreformation, Bauernaufständen und Kämpfen während des 30-jährigen Kriegs.Ab der Mitte des 17. Jh. kam es unter Maria Theresia zu einem ersten Modernisierungsschub. Industriebetriebe entstanden, zum Beispiel eine Tuch- und Kattunfabrik.

Schon zu jener Zeit profitierte das Pielachtal von seiner Lage am Weg nach Mariazell. Zahlreiche Pilger zogen durchs Tal. Um ihnen den Weg zu erleichtern, wurde ab 1896 die Mariazellerbahn gebaut und 1907 eröffnet.

TIPP: In seinem Bildband "Das Pielachtal - Vorgarten der Alpen" schreibt Fritz Kalteis darüber, was das Pielachtal vom Rest der Welt unterscheidet - nicht mit dem Anspruch auf Vollständigkeit, sondern mit viel Liebe und Gespür für das Tal und seine Bewohner. Mehr darüber unter ..//literaturtipps